November 15, 2016

Rettet die Elefanten Afrikas e.V.: Elefantenschutz in Afrika

In Malawi im Südosten Afrikas engagiert sich der Verein „Rettet die Elefanten Afrikas e.V.“ mit Unterstützung der Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche für den Schutz eines Waldgebietes.

Über den Verein Rettet die Elefanten Afrikas e.V. (R.E.A. e.V.)

elefantenfamilie

Elefantenfamilie

Als die Elfenbeinjagd in den Achtziger Jahren ihren Höhepunkt erreichte, gründete der inzwischen verstorbene Hamburger Verleger und Tierschützer Hans-Helmut Röhring 1989 den Verein „Rettet die Elefanten Afrikas e.V.“ als erste und einzige Artenschutzorganisation in Deutschland, die sich ausschließlich für den Schutz des Afrikanischen Elefanten einsetzt.

Spontane Unterstützung (Spenden, Mitglieds- und Patenschaften) bekam der Verein unmittel- bar nach seiner Gründung von namenhafter Prominenz wie u.a. Johannes Mario Simmel, Tomi Ungerer, Judy Winter und Will Quadflieg.

Der Verein finanziert sich neben Mitglieds- und Patenschaftsbeiträgen aus Geld- und Sach-spenden.

Ziele des Vereins

  1. Mit Hilfe der Spendengelder werden Elefanten-Schutzprojekte und Anti-Wilderer-Aktionen finanziert.
  2. Intensive Aufklärungsarbeit informiert über den Afrikanischen Elefanten und das Problem seiner existentiellen Bedrohung.
  3. Mit der R.E.A. e.V. Aktion „Mein Patenkind heißt Jumbo“ wird ein Projekt von Daphne Sheldrick in Kenia (Aufzucht und Auswilderung von Elefanten-Waisen) gefördert und
  4. die Forderung nach einem dauerhaften, weltweiten Elefanten-Boykott wird mit allem Nachdruck unterstützt.

Die Jagd nach dem „Weissen Gold“

Obgleich der internationale Elfenbeinhandel nach dem Washingtoner Artenschutzüberein-kommen seit 2001 mittlerweile in den meisten Ländern verboten ist, werden Elefanten weiterhin gewildert, um das Elfenbein vor allem in Japan, Nahost, den USA und Europa zu Schmuck, Klaviertasten usw. anschließend weiter zu verarbeiten.

Elefant mit großen Stoßzähnen

Elefant mit großen Stoßzähnen

Elfenbeinlager

Elfenbeinlager

 

 

 

 

 

 

 
Nach einer Zählstudie von 2002 sollen auf dem afrikanischen Kontingent noch mindestens 400.000 Elefanten leben. Nicht genug, so die Elefantenforscherin Joyce Poole, die jahrelang das Fortpflanzungsverhalten der Elefanten studierte.

Dafür gibt es gute Gründe: Elefanten vermehren sich nur sehr langsam, eine Kuh bringt nur alle 4 bis 5 Jahre ein Kalb zur Welt.

Außerdem akzeptieren Elefantenkühe längst nicht alle geschlechtsreifen Bullen als Paarungspartner, sondern nur diejenigen, die mindestens 20 bis 25 Jahre alt sind. Und genau diese Bullen werden vermehrt geschossen, da sie aufgrund ihres Alters die größten Stoßzähne tragen.

Durch den Abschuß von Elefantenkühen sind andererseits aber auch viele der jüngsten Herdenmitglieder zum Tode verurteilt: Elefantenbabys unter 2 Jahren können ohne ihre Mutter nicht überleben.

Ein Elfenbeinboykott, der die Wilderei nur kurzfristig eindämmt, ist daher ohne Nutzen.

Das Waldschutzprojekt in Dezda-Salima (Malawi)

Die Wilderei in Malawi gehört leider auch heute noch zur Tagesordnung.

Bei dem Projekt „Dezda-Salima Forest Reserve“ handelt es sich um den Schutz eines Waldgebietes und damit auch den Schutz der dort lebenden Elefanten und anderen Tierarten in Malawi.

Dieses Gebiet grenzt süd-östlich an das Waldgebiet „Thuma Forest Reservat“ an, welches bereits durch die Wildlife Action Group (WAG) beschützt und vom R.E.A. e.V. als Artenschutzorganisation finanziert wird.

Landkarte entnommen von reaev.de (Thuma, Dezda-Salima Escarpment & MUA-Livulezi FR

Landkarte entnommen von reaev.de (Thuma, Dezda-Salima Escarpment & MUA-Livulezi FR

Die WAG ist eine nicht-staatliche, gemeinnützige Organisation in Malawi seit 1994.

Die wesentlichen Aufgaben dieser Organisation bestehen in dem Schutz der malawischen Flora und Fauna sowie den dort lebenden Tieren in Zusammenarbeit mit der umliegenden Bevölkerung.

WAG unterstützt die Regierung Malawis im Schutz von Nationalparks, der Tierwelt und Baumbeständen.

REAeV Gründer Hans-Helmut Röhring (1939-2004, r.) mit den Elefanten-Experten Elke Reif und Peter Möller bei Rangern im Kidepo-Valley-Nationalpark / Uganda

REAeV Gründer Hans-Helmut Röhring (1939-2004, r.) mit den Elefanten-Experten Elke Reif und Peter Möller bei Rangern im Kidepo-Valley-Nationalpark / Uganda

Die Größe des Waldgebietes von Thuma alleine reicht jedoch nicht aus, um die größere Anzahl der dort lebenden Elefanten zu beherbergen, so dass es notwendig ist, das Dedza-Gebiet zusätzlich mit einzuschließen.

Beide Gebiete umfassen nach Zusammenlegung einen Lebensraum von ca. 600 km².

Somit kann ein Bestand von ca. 200 bis 250 Elefanten gesichert werden.

Zu den Aufgaben bei der Durchführung des Dedza-Projektes, das in mehreren, zeitlich aufeinander folgenden Schritten realisiert wird, gehören

  1. die Einrichtung einer permanenten Präsenz von WAG in Dedza
  2. die Verstärkung der Gebietskontrollen durch 4 Scouts und 2 Arbeiter
  3. die Ausrüstung der neuen Scouts mit Uniformen und anderer, notwendiger Ausrüstung
  4. die Versorgung von WAG mit laufenden, finanziellen Mitteln für den Fuhrpark und
  5. die Organisation von gemeinsamen Patrouillen zwischen WAG- Scouts und bewaffneten Rangern der Regierung

Wie die Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche hilft

In der Vorbereitungsphase wurde bereits ein geeigneter Platz für die Errichtung eines neuen Basis-Camp, von dem aus alle Aktivitäten geleitet werden, gefunden.

Die Kosten hierfür hat die Tierschutz-Stiftung komplett übernommen.

schild_camp

Die Homepage vom Verein „Rettet die Elefanten Afrikas e.V. (www.reaev.de) wird über das Dezda-Sailma Projekt, dass von Herrn Albert Schenk (Projektmanager vor Ort), der gleichzeitig für die WAG arbeitet und die Gelder verwaltet, laufend berichten.

Fotos: Rettet die Elefanten e. V.